Diese Best Practice wurde eingereicht von:
Ndwenga e. V.

Tag der Begegnung – Afrika im Grünen

Tanzen, Singen, Erzählen – wie Geflüchtete und Einheimische zueinander finden

Am Sonntag, 2. Oktober 2016 fand im Waldheim Gaisburg ein Tag der Begegnung statt. Der Grundgedanke war, die Begegnung auf „Augenhöhe“ zwischen Asylsuchenden und Einheimischen zu ermöglichen. Das Streben nach einem gemeinsamen Ziel kann Kräfte freisetzen, die zu Synergieeffekten führen und ein Zusammengehörigkeitsgefühl erzeugen können. Uns war es wichtig, dass die Begegnung nicht in einer Asylbewerberunterkunft stattfindet, da dort bereits eine gewisse Rangordnung besteht, eine Beziehung zwischen Helfern und „Bedürftigen“. An einem neutralen Platz wollten wir diesem Gefälle entgehen und wir meinen, dies ist uns gelungen. Auch die Tatsache, dass die Begegnung in der Natur und im „Grünen“ stattfand, war förderlich, es hatte eine beruhigende Wirkung auf die Menschen.

Um 14:00 Uhr gab es einen Tanzworkshop mit Urielle, bei dem vor allem die Kinder einen Tanz aus Nigeria erlernten. Zum Schluss wurde der Tanz gemeinsam vorgeführt, was den Kindern großen Spaß bereitete.

Um 15:00 Uhr fand mit der professionellen Sängerin Malyika ein Gesangsworkshop statt. Nach ein paar Atem- und Haltungsübungen lernten einige Teilnehmer (nicht nur Kinder) ein Lied in Suaheli und ein Lied auf Englisch. Beides wurde dann gemeinsam vorgesungen.

Um 16:00 Uhr fand erneut ein Bewegungsprogramm statt, mit Lizzy (Alicia), bei dem die Besucher die Choreographie des Lieds „Break the chain“ erlernten. Dieses Lied setzt ein Zeichen gegen Gewalt gegen Frauen und wird weltweit am 14. Februar getanzt.

Um 17:00 Uhr fand unter der Leitung von Pierre Mpama ein Erzählcafé statt. Hier konnte in einem geschützten Raum über Deutschland, Heimatland, Wege hierher, Änderungen und Herausforderungen im privaten Leben gesprochen werden. Währenddessen wurden Kindern Bastelmöglichkeiten bereitgestellt.

Um 18:00 Uhr führte uns Désiré Diazenza in das Jahr 1921 zurück, als Simon Kimbangu, einer der Vorreiter für die Unabhängigkeit der afrikanischen Staaten von der Kolonialherrschaft, seine wichtigste Rede hielt. Es ging unter anderem darum, dass Afrikaner sich in ihren Ländern für deren Entwicklung einsetzen sollten. Ein kurzer Film von Serge Diantantu über das Leben von Simon Kimbangu wurde gezeigt.

DJ Mambu sorgte für einen ausgelassenen Tanzabend bei dem die Veranstaltung fröhlich zu Ende ging.

Durch das ganze Programm führte Ursula Nickel.

Abschließend können wir sagen, dass das Format sich bewährt hat. Viel Bewegung, etwas Neues gemeinsam lernen, kann eine niedrigschwellige Möglichkeit darstellen, Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Horizonten zusammen zu bringen.