Tagungsdokumentation „
House of Resources Neue Förderkonzepte für NGOs“

Im Rahmen gängiger Projektförderungen gelingt es Migrantenorganisationen (MOs) in Deutschland immer noch viel zu selten, Unterstützung zu erhalten. Neue, an Bedürfnisse angepasste und flexible Förderwege sind daher notwendig, um das bürgerschaftliche Engagement von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und MOs zu stärken und Teilhabe zu ermöglichen. Als Antwort hierauf entwickelte das Forum der Kulturen Stuttgart e. V. das House of Resources (HoR), das im Mittelpunkt dieser Tagung stand.

Um dieses neue Förderkonzept zu präsentieren und zur Diskussion zu stellen, aber auch um darüber hinaus mit allen Interessierten in einen bundesweiten Austausch über Fördermöglichkeiten für NGOs und MOs zu treten, veranstaltete das Forum der Kulturen in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, der Baden-Württemberg Stiftung und der Landeshauptstadt Stuttgart am 26. und 27. Januar 2018 im Stuttgarter Rathaus und im Haus der Katholischen Kirche die Tagung Neue Förderkonzepte für NGOs – Ein House of Resources für Migrantenorganisationen: Flexible und bedarfsgerechte Förderpolitik zwischen Projekt- und Strukturförderung.

Im Mittelpunkt der Tagungen standen u. a. folgende Fragen: Welche Förderung brauchen NGOs und MOs in ihrem Arbeitsalltag? Wie läuft die praktische Umsetzung dieser Förderung in den HoRs? Wie kann Förderpolitik gemeinsam neu gedacht werden? Ausgangspunkt und inhaltlicher Rahmen der Tagung war das Förderkonzept HoR, das vom Forum der Kulturen Stuttgart e. V. konzipiert und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge als bundesweites Programm zur Förderung des Engagements von MOs ausgeschrieben wurde. Seit 2016 sind bundesweit insgesamt 14 HoRs entstanden, in denen neue Wege zur Förderung des Engagements von MOs ermittelt und begangen werden.

Auf der Tagung in Stuttgart hat das Forum der Kulturen dieses neuartige Förderkonzept vorgestellt und versucht, gemeinsam mit migrantischen Akteuren und den Vertreterinnen und Vertretern der weiteren 13 HoRs einen Einblick in die unterschiedlichen Projekthäuser zu geben. Fragen rund um das Thema Förderpolitik und das Modell HoR wurden mit den zahlreich erschienenen Vertreterinnen und Vertretern von MOs, Kommunen, Stiftungen und Politik aus dem ganzen Bundesgebiet diskutiert.

Das HoR hat seit Anbeginn viele Fragen zur Förderpolitik aufgeworfen – die einschlägigsten unter diesen wurden in den Arbeitsgruppen aufgegriffen: Wie entstehen Förderkriterien?
 Welche Rolle spielen Dachverbände für die erfolgreiche Förderung von MOs?
 Wo liegen Grenzen und Probleme der Förderung von bürgerschaftlichem Engagement?
 Wie kann Qualität und Nachhaltigkeit dessen,
was gefördert wurde, gesteuert und gemessen werden?

Neben dieser politischen Debatte wurden gezielt mit Aktiven aus MOs und den Vertreterinnen und Vertretern der 13 weiteren bundesweiten HoRs diese Themen auch auf praktischer Ebene diskutiert. Ziel ist es aus diesem Dialog, Handlungsempfehlungen und Forderungen zu erarbeiten, in denen Vertreterinnen und Vertreter aus MOs/NGOs selbst definieren, wie eine gute und sinnvolle Förderpolitik für sie und ihr Engagement aussehen sollte.

Wie alle Veranstaltungen des Forums der Kulturen galt es auch mit diesem Fachtag, Räume für gleichberechtigte Diskussionen zu erschließen, Impulse zur Findung innovativer Förderwege zu geben und vor allem Orte der Begegnung, der Netzwerkbildung und der gegenseitigen interkulturellen Öffnung zu schaffen.

Anlässlich der Tagung wurde auch ein Kurzfilm realisiert, um die Wirkung des HoR Stuttgart auf die Förderung von MOs und deren Engagemententwicklung aufzuzeigen.
Diesen Film finden Sie unter hier.

 

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